Klaus Berndl

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Criminale 2018 – 5. Mai 2018

Der vierte und letzte Tag (meiner) Criminale 2018. Kein Finanzbeamter am Samstag. Aber ich stehe pünktlich um 6 Uhr 30 vor dem Frühstückssaal – und lese, Frühstück erst ab 7:30. Kann ja wohl nicht wahr sein! Sachsen-Anhalt! Was ist hier los??Der Tag begann im Landesmuseum für Vorgeschichte. Da gibt´s – neben der Himmelsscheibe von Nebra – auch die Eulauer Bestattung zu sehen. Ein Kriminalfall von vor 4.600 Jahren (sorry, den „Krimi“ dazu gibt´s schon): Eine ganze Familie wurde erschlagen. Und gemeinsam bestattet! Also: Der Überfall geschah, als die anderen Angehörigen, die „Männer im wehrfähigen Alter“, nicht anwesend waren. Sie kamen zurück und fanden ihre Familie erschlagen vor. Begraben wurde erkennbar nicht nach kultischen, sondern nach emotionalen Kriterien: Mutterskelett sieht Kinderskelett in die Augen. Es ist in dieser Gruseligkeit, durch diese Grausamkeit heute noch ergreifend. Es ist, nebenbei bemerkt, die erste nachgewiesene Kernfamilie Europas.
Aber ich will auch noch den Reiterstein von Hornhausen sehen. Wo ist denn der? „Im Depot.“ Und wie komme ich da jetzt ran? Gar nicht; der wird erst wieder in der neuen Dauerausstellung gezeigt werden. Jetzt endet die mit der röm. Kaiserzeit. Das wird weitergeführt, und dann hat er da wieder seinen Platz. Klar, 7. Jahrhundert. „Da lohnt es sich jetzt aber nicht, wenn ich warte? Da passiert heute nichts mehr, oder?“ „Nein“, lacht sie. Tja …
Die Rückfahrt zeigt mir – neben einem bemerkenswerten Villen- und Stadthäuser-Viertel – auch das Literaturhaus Halle. Was: Halle hat ein Literaturhaus? Und warum beteiligt sich das nicht an der Criminale? … Und am Abend, bei der großen Gala, sagt (wer?), die Kriminalliteratur – die Literatur mit Gesetzesbrüchen als Sujet – würde als Literatur inzwischen anerkannt werden. Ach ja?

Dafür hat Halle bemerkenswert viele vietnamesische Restaurants und Imbisse. Sao Mai wurde nach dem Hamlet getestet (lecker). Am Freitag Abend war … ja, wie hieß es? Keine Ahnung. War auch „nur“ „anständig“. Aber am Samstag Abend war Viet Village dran. Und das war, also, ehrlich, unglaublich gut. Fast schon Imbiss-Preise – aber Sterneküche.

Criminale 2018

Als Höhepunkt und Schlusspunkt der Criminale war die große Preisverleihungsgala am Schluss angekündigt. Und es ist dem Syndikat erneut gelungen, eine fernsehreife Veranstaltung aufzuziehen! Das Puppentheater Halle tat seins dazu – den Rest erledigten Peter Godazgar und Ralf Kramp. Und die Combo, Bigband … also: das Landespolizeiorchester Sachsen-Anhalt. Aber, jetzt mal im Ernst. Was die Sparte Kurzkrimi angeht, also, was mich angeht, grenzt das schon an Nötigung. Den Preis wieder nicht bekommen – jetzt muss ich also echt noch einen dritten Krimi schreiben?! Kann ja wohl nicht wahr sein! 🙂 Nun gut; ich komme wieder.

So, und damit: Dankeschön, Syndikat! Dankeschön, Halle an der Saale. Vielen Dank, liebe Kolleginnen und Kollegen! War schön bei Euch und mit Euch!

 

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Category

Allgemein

Date

Mai 6, 2018

Author

Klaus Berndl

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