Klaus Berndl

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Andreas Wirsching (Hg.) – Weimarer Verhältnisse?

Andreas Wirsching, Berthold Kohler, Ulrich Wilhelm (Hg.) – Weimarer Verhältnisse? Historische Lektionen für unsere Demokratie. Nach der Bayern- und der Hessenwahl 2018 und vor dem hundertjährigen Revolutionsjubiläum im November die passende Lektüre. Andreas Wirsching (Hg.) - Weimarer Verhältnisse? Das ist: Ein Aufsatzbändchen, das eine Artikelserie sammelt - eine Koproduktion des Münchner Instituts für Zeitgeschichte, des Bayerischen Rundfunks und der F. A. Z.: Also einerseits klassische Zweitverwertung, wie sie Historiker nicht ungern betreiben (nach dem Motto publish or perish), andererseits aber eine Sammlung der Artikel in willkommener Vollständigkeit. Und: Hier äußert sich die Prominenz deutscher Historiker/Politikwissenschaftler wie Horst Möller, Ute Daniel, Herfried

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Heiko Holste – Warum Weimar?

Heiko Holste - Warum Weimar? Wie Deutschlands erste Republik zum Geburtsort kam. Eine Frage, auf die man erst einmal gar nicht kommt: Warum Weimar? Warum eigentlich nicht Eisenach? Oder: Regensburg? Regensburg als Stadt des immerwährenden Reichstages wäre ebenfalls als Sitz der Verfassunggebenden Nationalversammlung 1919 prädestiniert gewesen, wie auch Frankfurt am Main. Warum also hat man die Weimarer Republik in Weimar gegründet? In der Schule haben wir noch gelernt, die Konstituante sei aus zwei Gründen nach Weimar ausgewichen: erstens, um demonstrativ an den Geist von Goethe, Schiller und Konsorten anzuknüpfen, in Abgrenzung vom militaristischen Kaiserreich, und also einen Neuanfang zu wagen. Zweitens, aus Angst, die Versammlung könnte von der Spartakusgruppe gesprengt w

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Victor Klemperer – Man möchte immer weinen und lachen in einem

Victor Klemperer - Man möchte immer weinen und lachen in einem. Revolutionstagebuch 1919. Berlin: Aufbau, 2015. Ein Originalton aus der Revolution, aus der Münchner Räterepublik im Frühling 1919. Ein Quellentext lässt sich eigentlich nicht rezensieren, aber man kann hervorheben, warum er lesenswert ist: Klemperer empfand die Räterepublik als "politischen Fasching" - bis sie brutal niedergeworfen wurde. In erster Linie aufgrund des Bildes des Alltags, das hindurchscheint. Das Leben in München war im Frühjahr 1919 eigentlich ganz „normal“ – abgesehen von der Nahrungsmittelknappheit usw. – und auch von der Gründung der Räterepublik war wenig zu merken, geschweige denn von ihrer Regierung. Es zeigt sich, dass die Münchner Räteregierung von Dilettanten gebildet worde

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Mark Jones – Am Anfang war Gewalt

Mark Jones - Am Anfang war Gewalt. Die deutsche Revolution 1918/19 und der Beginn der Weimarer Republik. Mark Jones hat hier ein interessantes Unterfangen unternommen: Die wenigen Monate vom Ausbruch der Revolution im November 1918 bis zum März 1919 nach Gewalttaten zu untersuchen. Dabei stellt er sich zwei Fragen: Wie war es wirklich – was heißt: Was lässt sich nach Aktenlage heute noch über die Geschehnisse sagen? Hierbei zieht er auch Quellen heran, die bislang nicht beachtet worden sind. Und zweitens, wie wurden die Geschehnisse in der Presse wiedergegeben, von der Politik aufgegriffen und zur Motivierung welcher Reaktionen/Handlungen genutzt? Eigentlich ist das historiographische Grundlagenarbeit, und betrachtet man die Ergebnisse seines Werkes, erstaunt es, dass die

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